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Due Diligence Unternehmenskauf

Due Diligence beim Unternehmenskauf — Kosten & Checkliste 2025

Die Due Diligence (DD) ist die systematische Prüfung eines Unternehmens vor dem Kauf. Sie schützt den Käufer vor unerkannten Risiken — und ist Voraussetzung für die Bankfinanzierung. DD-Kosten: 15.000–30.000 € bei kleinen Betrieben (unter 1 Mio. €), 30.000–60.000 € bei mittelgroßen (1–5 Mio. €), 60.000–120.000 € bei größeren Betrieben (5–20 Mio. €).

Kurzantwort

Due Diligence beim Unternehmenskauf umfasst fünf Bereiche: Financial (Finanzkennzahlen, EBITDA-Normalisierung), Legal (Verträge, Haftungsrisiken), Tax (steuerliche Altlasten), Commercial (Kundenstamm, Marktposition) und Operations (Mitarbeiter, IT, Anlagen). Die DD hat zwei Phasen: Indicative (mit Teaser/IM vor LOI) und Confirmatory (nach LOI, vollständiger Data Room). Kosten trägt der Käufer.

Die zwei DD-Phasen: Indicative und Confirmatory

Eine professionelle Due Diligence läuft in zwei Phasen ab — nicht als ein monolithischer Block am Ende des Prozesses: Indicative DD (vor LOI): Analyse des Teasers und Information Memorandums (IM). Ziel: Preisindikation für den LOI auf Basis öffentlich verfügbarer Informationen und normalisiertem EBITDA-Schätzwert. Kein Zugang zum vollständigen Data Room. Confirmatory DD (nach LOI): Vollständige Prüfung aller Unterlagen im Data Room. Dauer: 4–8 Wochen. Ergebnis: DD-Report als Grundlage für SPA-Verhandlung, Kaufpreisanpassung und Garantieklauseln.

Financial Due Diligence: Was wird geprüft?

  • EBITDA-Normalisierung: Stimmt das genannte EBITDA? Inhabergehalt marktüblich? Private Ausgaben herausgerechnet?
  • Umsatzqualität: Wie stabil sind Umsätze? Recurring Revenue vs. Projektumsatz. Klumpenrisiko (>30 % Umsatz bei einem Kunden)?
  • Working-Capital-Analyse: Wie viel Working Capital ist im Betrieb gebunden? Entspricht es dem Branchendurchschnitt?
  • Investitionsbedarf: Welche Maschinen oder Fahrzeuge müssen in den nächsten 3 Jahren ersetzt werden?
  • Off-Balance-Risiken: Leasingverpflichtungen, Bürgschaften, Pensionszusagen, Garantierückstellungen

Legal, Tax und Commercial Due Diligence

  • Legal DD: Alle wesentlichen Verträge (Mietverträge, Lieferantenverträge, Kundenverträge, Arbeitsverträge). Genehmigungen (Konzessionen, Zulassungen). Offene Rechtsstreitigkeiten. Gesellschaftsrechtliche Struktur.
  • Tax DD: Offene Betriebsprüfungen. Steuerliche Altlasten. Korrektheit der Umsatzsteuervoranmeldungen. Strukturelle Steuerrisiken (z. B. verdeckte Gewinnausschüttungen).
  • Commercial DD: Kundenstamm und Kundenkonzentration. Wettbewerbsposition und Markttrend. Abhängigkeit von Lieferanten. Pipeline und Auftragsbestand.

30 Red Flags in der Due Diligence

Diese Befunde sollten die Verhandlung verzögern oder den Deal stoppen:

  • Financial Red Flags (8): Unerklärliche Umsatzsprünge im letzten Jahr vor Verkauf; stark steigendes Working Capital; EBITDA-Normalisierung von >30 % des Rohwerts; Kunden-Klumpenrisiko >40 %; fehlende oder inkonsistente Jahresabschlüsse; nicht bilanzierte Verbindlichkeiten; negative Cashflow-Entwicklung trotz positivem EBITDA; ungewöhnlich hohe Forderungslaufzeiten.
  • Commercial Red Flags (6): Top-3-Kunden kündigen oder sind verhandlungsbereit; Branchentrend klar negativ; Hauptlieferant nicht vertraglich gebunden; Inhaberabhängigkeit >80 % des Umsatzes; kein stabiler Mitarbeiterstamm; fehlende Online-Präsenz in einer digitalisierten Branche.
  • Legal Red Flags (6): Offene Rechtsstreitigkeiten mit unbekanntem Ausgang; fehlende Genehmigungen oder Konzessionen; Gesellschafterstreit; nicht marktübliche Mietverträge; unklar geregelte IP-Rechte; fehlende Arbeitsverträge für Schlüsselkräfte.
  • Tax Red Flags (5): Offene Betriebsprüfung für mehrere Jahre; verdeckte Gewinnausschüttungen; Umsatzsteuer-Nachzahlungsrisiken; unklare Behandlung von Privatnutzungen; fehlende Steuerbescheide.
  • Operations Red Flags (5): Maschinenpark stark veraltet; IT-Systeme nicht dokumentiert; fehlende Prozessdokumentation; hohe Mitarbeiterfluktuation; kritische Abhängigkeit von einem einzelnen Subunternehmer.

Häufige Fragen

Was kostet eine Due Diligence beim Unternehmenskauf?
DD-Kosten hängen von Betriebsgröße und Komplexität ab: Kleine Betriebe unter 1 Mio. € Kaufpreis: 15.000–30.000 €. Mittelgroße Betriebe (1–5 Mio. €): 30.000–60.000 €. Große Betriebe (5–20 Mio. €): 60.000–120.000 €. Sehr große Transaktionen: 120.000–300.000 € und mehr. Die Kosten trägt in der Regel der Käufer.
Was ist der Unterschied zwischen Indicative und Confirmatory Due Diligence?
Indicative DD findet vor dem LOI statt: Der Käufer analysiert Teaser und Information Memorandum, um eine Preisindikation für den LOI abzugeben — ohne Zugang zum vollständigen Data Room. Confirmatory DD findet nach dem LOI statt: Vollständige Prüfung aller Unterlagen im Data Room (4–8 Wochen). Ergebnis ist der DD-Report, der als Basis für SPA-Garantien dient.
Was passiert, wenn die Due Diligence Red Flags findet?
Je nach Schwere der Befunde hat der Käufer drei Optionen: (1) Deal abbrechen (wenn Befund fundamental ist), (2) Kaufpreisanpassung fordern (Earn-Out, Kaufpreisminderung, Einbehalt), (3) Erweiterte SPA-Garantien und Freistellungen vom Verkäufer verlangen. Kleinere Befunde fließen in die Garantieklauseln ein — der Verkäufer gibt spezifische Freistellungszusagen.

Quellen

  • KfW Research: Due-Diligence-Praxis beim Unternehmenskauf Mittelstand 2025
  • IDW PS 820: Grundsätze für die Durchführung von Unternehmensprüfungen (Due Diligence)
  • Werkwert DD-Datenbank: Red-Flag-Häufigkeit Handwerk DE 2023–2025