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Kaufpreis prüfen

Ist der geforderte Kaufpreis fair? — Kaufpreis prüfen 2025

Viele Käufer übernehmen unreflektiert den Ankerpreis des Verkäufers — ohne zu wissen, ob er marktgerecht ist. Dabei lässt sich der Kaufpreis in wenigen Schritten gegen Branchen-Multiples gegenchecken. Ein Kaufpreis über dem 6,5-fachen EBITDA für ein normales Handwerksgewerk ist ein klares Warnsignal. Werkwert zeigt, wie die Plausibilisierung funktioniert — und was eine unabhängige Bewertung kostet (kostenlos).

Kurzantwort

Einen Kaufpreis auf Fairness prüfen: Normalisiertes EBITDA des Betriebs berechnen, branchenspezifischen Multiple (SHK 4–6×, Elektro 4,5–6,5×, Heizung 4–6×, Klima 4,5–6,5×, Solar/PV 5–7×) anwenden und den resultierenden Enterprise Value mit dem geforderten Preis vergleichen. Liegt der Kaufpreis >20 % über dem oberen Multiple-Wert, ist detaillierte Prüfung erforderlich. Substanzwert als Untergrenze nicht vergessen.

Multiple-Plausibilisierung: So prüfen Sie den Kaufpreis

Schritt 1: Normalisiertes EBITDA des Zielbetriebs berechnen. Bitten Sie den Verkäufer um die letzten drei Jahresabschlüsse und prüfen Sie die EBITDA-Normalisierung (Inhabergehalt auf Marktniveau, private Ausgaben herausgerechnet). Schritt 2: Branchenspezifischen Multiple-Bereich bestimmen (Quelle: KERN/Saaler Handwerks-M&A-Studie). SHK: 4–6×, Elektro: 4,5–6,5×, Heizung: 4–6×, Klima: 4,5–6,5×, Solar/PV: 5–7×. Schritt 3: Eigenen Enterprise-Value-Korridor berechnen: normalisiertes EBITDA × unterer Multiple bis × oberer Multiple = faire Wertspanne. Schritt 4: Geforderten Kaufpreis in die Wertspanne einordnen. Liegt er innerhalb? Am oberen Ende? Darüber? Das bestimmt Ihre Verhandlungsstrategie.

Red Flags: Wann ist ein Kaufpreis überhöht?

Diese Merkmale deuten auf einen überhöhten oder schlecht begründeten Kaufpreis hin:

  • Multiple über dem Branchenmaximum: Kaufpreis impliziert einen Multiple >6,5× für ein SHK- oder Elektrounternehmen ohne nachweisbare Top-Positionierung.
  • Überhöhte Adjustments: EBITDA-Normalisierung >30 % des Rohwerts — deutet auf Manipulation der Bewertungsbasis hin.
  • Inhaberabhängigkeit ignoriert: Hohe Inhaber-Abhängigkeit rechtfertigt einen Abschlag, nicht einen Aufschlag.
  • Veraltete Multiples: Verkäufer verwendet Multiples aus 2021 (historische Hochphase) für aktuelle Transaktion.
  • Kein Substanzwert-Check: Substanzwert liegt deutlich unter dem geforderten Kaufpreis ohne erklärbare immaterielle Werte.

Substanzwert-Floor: Die Untergrenze des Kaufpreises

Der Substanzwert (Summe aller Vermögenswerte minus Verbindlichkeiten) ist die Liquidationsuntergrenze. Kein rationaler Käufer zahlt dauerhaft weniger als den Substanzwert — denn er könnte den Betrieb alternativ liquidieren und die Vermögenswerte einzeln verkaufen. Praktische Bedeutung: Liegt der geforderte Kaufpreis unter dem Substanzwert, ist das ein klares Kaufsignal. Liegt er weit darüber ohne erklärbaren EBITDA-Wert (z. B. bei ertragsschwachen Betrieben), handelt es sich um eine reine Substanz-Überbewertung. Tipp: Lassen Sie parallel zur EBITDA-Bewertung eine Substanzwert-Schätzung erstellen — besonders bei Betrieben mit hohem Anlagevermögen (Maschinenpark, Fahrzeugflotte, Lagerbestand).

Häufige Fragen

Wie prüfe ich, ob ein Kaufpreis fair ist?
Berechnen Sie das normalisierte EBITDA des Betriebs und wenden Sie den branchenspezifischen Multiple-Korridor an (SHK 4–6×, Elektro 4,5–6,5×, Solar/PV 5–7×). Der resultierende Enterprise-Value-Korridor ist der faire Marktpreis. Liegt der Kaufpreis mehr als 20 % über dem oberen Wert, ist eine detaillierte Prüfung und Verhandlung erforderlich. Werkwert berechnet den fairen Wert kostenlos.
Was ist der Substanzwert und warum ist er als Untergrenze wichtig?
Der Substanzwert ist die Summe aller Vermögenswerte (Maschinen, Fahrzeuge, Lagerbestand, Forderungen) abzüglich aller Verbindlichkeiten. Er gibt die Liquidationsuntergrenze an — den Preis, den man durch Einzelverkauf der Vermögenswerte erzielen würde. Als Käufer sollten Sie nie mehr als das EBITDA-Multiple-Verfahren ergibt zahlen; als Untergrenze dient der Substanzwert zur Orientierung bei schwachen Ertragsbetrieben.
Was sind typische Red Flags bei einem überhöhten Kaufpreis?
Typische Red Flags: Implizierter Multiple liegt über dem Branchenmaximum, EBITDA-Normalisierung >30 % des Rohwerts (Manipulation der Bewertungsbasis), Multiples aus dem Hochpreispunkt 2021 werden für aktuelle Transaktion angesetzt, oder hohe Inhaber-Abhängigkeit wird im Preis nicht berücksichtigt. Lassen Sie sich stets die EBITDA-Normalisierung im Detail erklären.

Quellen

  • KERN/Saaler: Handwerks-M&A-Studie Deutschland 2024 — EBITDA-Multiples nach Gewerk
  • KfW Research: Kaufpreisbewertung bei Unternehmensübernahmen im Mittelstand 2025
  • Werkwert-Transaktionsdatenbank: Kaufpreis-Plausibilisierungen Handwerk DE 2023–2025

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